Unterstützungsmöglichkeiten für die Reinickendorfer Wirtschaft – September 2020

Verlängerung der Kurzarbeit bis Ende 2021 

Die Bezugsdauer für Kurzarbeit wird auf maximal 24 Monate erhöht. Dies gilt für Betriebe, die bis zum 31. Dezember 2020 Kurzarbeit eingeführt haben, längstens jedoch bis zum 31.12.2021. Das Kurzarbeitergeld wird auf 70 bzw. 77 % ab dem 4. Monat und auf 80 bzw. 87 % ab dem 7. Monat erhöht, sofern der Anspruch auf Kurzarbeitergeld bis zum 31. März 2021 entstanden ist.

Das Unternehmen kann bereits Kurzarbeit anmelden, wenn mindestens 10 % der Beschäftigten von einem Arbeitsausfall von über 10 % betroffen sind. Normalerweise liegt diese Schwelle bei einem Drittel der Belegschaft. Auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden vor Zahlung des Kurzarbeitergeldes wird weiterhin vollständig verzichtet. Die Bezugsdauer kann auch unterbrochen werden und verlängert sich anschließend um diesen Zeitraum. Ist die Kurzarbeit länger als drei Monate unterbrochen, erneuert sich die Bezugsdauer auf maximal 24 Monate. Das Entgelt für eine während der Kurzarbeit aufgenommenen Nebenbeschäftigung wird bis zum 31. Dezember 2020 nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet. Die bestehenden befristeten Hinzuverdienstregelungen werden bis 31. Dezember 2021 verlängert.

Erstattung Sozialversicherungsbeiträge bei Kurzarbeit

Die Sozialversicherungsbeiträge werden bis 30.06.2021 vollständig erstattet. Vom 01.07.2021 bis 31.12.2021 erhalten Betriebe, die bis zum 30.06.2021 Kurzarbeit eingeführt haben, die Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge erstattet. Wird die Kurzarbeit für die Weiterbildung der Beschäftigten genutzt, kann die Erstattung auf 100 % erhöht werden. 

Verlängerung der Überbrückungshilfen 

Die Überbrückungshilfe für KMU wird vereinfacht und bis Ende 2020 verlängert. Die 2. Phase der Überbrückungshilfe umfasst die Monate September bis Dezember 2020. Anträge für die 2. Phase können voraussichtlich ab Oktober bei der IBB gestellt werden. Zu beachten ist, dass Anträge für die 1. Phase der Überbrückungshilfe (Monate Juni bis August 2020) bis spätestens zum 30.09.2020 gestellt werden müssen. Es ist nicht möglich, rückwirkend einen Antrag für die 1. Phase zu stellen.

Während Unternehmen bisher einen Umsatzeinbruch von mindestens 60 % in den Monaten April und Mai 2020 verzeichnen mussten, dürfen ab sofort Unternehmen einen Antrag stellen, die entweder einen Umsatzeinbruch von mindestens 50 % in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten oder einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 % im Durchschnitt in den Monaten April bis August 2020 verzeichnet haben.

Die Fördersätze werden erhöht auf:

  • 90 % der Fixkosten bei mehr als 70 % Umsatzeinbruch 
  • 60 % der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch zwischen 50 % und 70 % und
  • 40 % der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch von mehr als 30 %.

Zudem werden die Deckelungsbeträge von 9.000 bzw. 15.000 Euro gestrichen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Verlängerung Aussetzung Insolvenzantragspflicht bis Jahresende

Die Lockerungen im Insolvenzrecht bleiben bis Jahresende bestehen. Ursprünglich waren sie bis zum 30.09.2020 befristet. Diese Verlängerung gilt nur für Unternehmen, die infolge der Coronavirus-Pandemie überschuldet sind, ohne zahlungsunfähig zu sein. 

 
Mehr Krankentage zur Corona-bedingten Pflege und Betreuung

Gesetzlich Versicherte erhalten im Jahr 2020 mehr Krankentage zur Betreuung ihrer Kinder. Für Elternpaare wird das Kinderkrankengeld für weitere 5 Tage (insgesamt 15 Tage) und für Alleinerziehende für weitere 10 Tage (insgesamt 20 Tage) gewährt. Wer wegen Corona Angehörige pflegt, erhält in diesem Jahr bis zu 20 Tage Pflegeunterstützungsgeld.


Erleichterte Zugang zur Grundsicherung

Künstler, Kleinselbstständige und Kleinunternehmer sollen weiterhin bis zum 31.12.2021 einen erleichterten Zugang zur Grundsicherung erhalten. Außerdem werden großzügigere Regelungen beim Schonvermögen getroffen. 

Soforthilfe X – Zuschussprogramm des Landes für gemeinnützige Organisationen und Vereine

Gemeinnützige Organisationen und Vereine, die durch die Corona-Krise finanziell in ihrer Existenz bedroht sind, können vom 01.10. – 25.10.2020 bei der IBB Zuschüsse bis zu 20.000 EUR als Soforthilfe beantragen. Weitere Informationen gibt es hier.

Wiederaufnahme des Förderprogrammes Welmo ab Oktober

Das Förderprogramm „Wirtschaftsnahe Elektromobilität“ des Berliner Senats wird ab Oktober 2020 wieder aufgenommen. Allerdings muss man sich vor Antragstellung entscheiden: entweder für die Kaufprämie vom Bund oder die Welmo-Förderung vom Land. Letztere gilt voraussichtlich nur für Nutzfahrzeuge. Für diese gibt es ab einem Netto-Listenpreis von 40.000 Euro Prämien von bis zu 15.000 Euro. Gefördert wird auch die Errichtung stationärer Ladeinfrastruktur. Weitere Informationen finden Sie hier.

Informationsveranstaltung für Gewerbebetreibende zu Photovoltaik/Elektromobilität

Am 28.10.2020 findet von 10:00 – 11:30 Uhr ein interaktives Online-Seminar des Solarzentrums Berlin statt. Dort gibt es umfassende Informationen über die aktuellen Speichersysteme, Empfehlungen zur Speichergröße, Kombination mit Elektromobilität sowie Fördermöglichkeiten auf Bundes- und Landesebene. Zur Anmeldung nutzen Sie bitte diesen Link.

Kostenloses Übersetzungstool für 27 Sprachen für KMU 

Alle europäischen KMU können ab sofort das Maschinenübersetzungstool eTranslation der Europäischen Kommission kostenlos nutzen. Das sichere Tool übersetzt Unterlagen und Texte in alle 24 offiziellen Sprachen sowie Isländisch, Norwegisch und Russisch. Zur Anmeldung geht es hier.

Bezirksamt Reinickendorf genehmigt Heizpilze und verzichtet auf Sondernutzungsgebühr

Gastwirte können auf Antrag bis zum 31. März 2021 ausnahmsweise Gasheizstrahler (Heizpilze) und Elektrowärmestrahler auf öffentlichen Flächen betreiben. Das Antragsformular für Heizpilze kann hier heruntergeladen werden und ist an die Straßenverkehrsbehörde, Lübener Weg 26, 13407 Berlin zu adressieren. Ebenfalls wird auf Antrag auf die Sondernutzungsgebühr verzichtet, um der schwierigen wirtschaftlichen Situation der Gaststätten Rechnung zu tragen. Auf eine Verwaltungsgebühr darf aus rechtlichen Gründen jedoch nicht verzichtet werden.